PSV - Wels » Sektionen » Sportkegeln » Geschichte - Kegeln

KEGELN - eine der ältesten Sportarten - Damals und Heute

Kegelschieben 1774
Kegeljungen 1910
Kegelbahn 1974
Kegelbahnen heute

DAMALS

Vorläufer gab es bereits im antiken Ägypten. Bei archäologischen Ausgrabungen fand man Teile eines Kinderkegelspiels aus dem Jahre 3500 vor unserer Zeitrechnung und Wandreliefs in Grabstätten, die Spielszenen darstellen. Als Urform des heutigen Kegelns werden die Zielwurfspiele germanischer Stämme in Mitteleuropa vermutet, bei denen mit Steinen auf Knochen geworfen wurde. Bis ins 18. Jahrhundert wurde ausnahmslos im Freien gespielt. Kegeln fehlte auf keinem Jahrmarkt und auf keiner größeren Hochzeit. Dabei ging es oftmals um Gut und Geld. Auch die höfische Welt des Rokoko vergnügte sich beim Kegeln.

1786 beschrieb der Berliner Mediziner und Gelehrte Johann Georg KRÜNITZ in seinem Lexikon erstmals "13 Regeln für das Kegelspiel", die teilweise heute noch zur Geltung kommen, etwa, dass nicht übertreten werden darf und die Kugel vor einer bestimmten Markierung aufgesetzt werden muss. Sowol Kugeln und Kegel wurden damals aus Holz gefertigt.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Gründung fester Kegelgemeinschaften zunächst der Unterstüzung Bedürftiger. Doch rasch trat der sportliche Gedanke mehr und mehr in den Vordergrund. Das Sportkegeln wurde geboren und verbreitete sich rasant.

1884 kam es im Ruhrgebiet zu einem ersten überregionalen Zusammenschluss.

1885 wurde im sächsischen Dresden der Zentralverband deutscher Kegelklubs ins Leben gerufen.

ab 1886 veranstaltete der Verband "Bundesfeste" auf Asphalt- und Bohlebahnen.

1889 nannte sich der Verband um in die lange Zeit geltende Bezeichnung "Deutscher Keglerbund (DKB)" und seit

1891 führt er Deutsche Meisterschaften durch.

Auch in vielen anderen europäischen Staaten und in Nordamerika wurden nationale Kegelverbände gegründet.

1933 wurde der Österreichische Sportkegler- und Bowlingverband mit Sitz in Wien gegründet, in dem derzeit ca. 297 Vereine mit ca. 19820 Mitgliedern zusammengeschlossen sind.

Weltweit gibt es rund 215000 Sport-Kegler.

Kegeln ist eine Präzisionssportart, bei der ein Spieler von einem Ende einer glatten Bahn aus mit konrolliertem Schwung eine Kugel ins Rollen bringt, um die am anderen Ende der Bahn aufgestellten neun Kegel umzulegen. Die Kegel sind dabei gleichmäßig in Form eines Quadrates angeordnet, das auf der Spitze steht (Raute). Das Kegeln entwickelte sich in Europa über viele Jahrhunderte aus volkstümlichen Spielen im Freien. Heute ist es in zahlreichen Ländern der Welt verbreitet und findet in seiner modernen Form in speziell ausgestatteten Innenräumen und Hallen statt. Kegeln wird als Leistungs- und Breitensport betrieben, ist aber als Freizeitspiel noch weitaus populärer.

HEUTE

Kugeln und Bahnen

Heute werden Kugeln aus polyesterfreiem Phenolharz (Aramith) hergestellt. Der Standarddurchmesser im Sportkegeln beträgt 160mm bei ungefähr 2,85kg. Die Jugend (11 bis 14 Jahre) spielt mit 140mm und 1,9kg. Auf Classicbahnen spielen Breitensport- und Freizeitkegler auch mit Lochkugeln in unterschiedlichen Größen.

Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge 5,5 bis 6,5m, Breite 0,35m) bestehen aus Linoleum. Die Kugellauffläche besteht aus Asphalt oder Kunststoff und hat über die gesamte Länge von 19,50 Metern eine Breite von 1,50 Metern. Für einen optimalen Kugellauf muss der Belag vollkommen glatt sein.

Mannschaften

Eine Mannschaft besteht aus vier oder sechs Spielern.

Bewerbe

Es werden außerdem Paar- und Mixed-Wettbewerbe abgehalten. Neu dazugekommen sind Tandem- und Sprintwettbewerbe, die im k.-o.-System gespielt werden. in den meisten europäischen Ländern und bei internationalen Wettbewerben (Weltmeisterschaften, Europapokal, Einzelweltpokal usw.) werden bei Damen und Herren aller Altersklassen 120 Wurf kombiniert (30 Wurf je Bahn, davon 15 Wurf Volle, 15 Wurf Abräumen) über vier Bahnen mit sechs Spielern pro Mannschaft absolviert.